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Was ist ein Pflichtenheft?

Wie immer gibt es wunderschöne Normen, und gemäß der DIN 69901-5 enthält das Lastenheft „die vom Auftraggeber festgelegte Gesamtheit der Anforderung an die Lieferung und Leistungen eines Auftragnehmers innerhalb eines Auftrags“. So kann man es bezeichnen. Ich würde einfach das Ganze mal ein bisschen pragmatischer sehen: Das Lastenheft beschreibt in der Regel, womit und wofür etwas gemacht werden soll. Mit anderen Worten, es ist am Ende des Tages das „Wünsch-dir-was“ des Kunden aus seiner Sicht.

Aber auch über das Pflichtenheft sagt die DIN 69901-5 etwas: „die vom Auftragnehmer erarbeiteten Realisierungsvorgaben aufgrund der Umsetzung des vom Auftraggeber vorgegebenen Lastenheftes“.  Schön, oder einfacher gesagt, das Pflichtenheft beschreibt, wie und womit etwas realisiert wird. Das ist dann die Antwort auf das Lastenheft des Kunden. Er schreibt sein Wünsch-dir-was, und im Pflichtenheft schreibe ich, wie ich das Problem verstanden habe und was ich davon umsetzen kann.

Ich habe ja einigen Episoden schon darüber referiert. Mir gefallen aus der heutigen Sicht die Begriffe „Lastenheft“ und „Pflichtenheft“ nicht mehr. Sie sind aus meiner Sicht zu allgemein. Wir müssen es gerade bei komplexeren Projekten detaillierter und differenzierter sehen. Und gerade beim Thema Systempflichtenhefte gibt es eben zwei Dokumente, die zusammen das Bild eines Pflichtenhefts ergeben. Auf der einen Seite das Dokument Systemanforderungsspezifikation (SRS), also die Beschreibung des Problembereichs. Das Ziel dieses Dokuments ist, die definierten Kundenanforderungen in einen Satz von technischen Systemanforderungen zu übertragen, die das System begleiten.

Dann gibt es noch ein zweites Dokument, die Systemarchitekturspezifikation (SAS). Das ist eigentlich der Lösungsbereich. Hier beschreibe ich, wie ich die Lösung entwerfen will, denn hier entstehen nochmals andere Anforderungen. Nicht alle Systemanforderungen werde ich erfassen, sondern ich muss mir auch auf der Architekturseite Gedanken über die Vollständigkeit der Anforderung machen. Das Ziel dieses Dokumentes ist die Identifikation, welche Anforderungen, welche Komponenten dann welchen Elementen des Systems zugeordnet werden müssen.

Diese beiden Dokumente sind zusammen ist eigentlich das, was im allgemeinen Sprachgebrauch Pflichtenheft genannt wird. Als Systemingenieur rede ich natürlich auch von dem Systempflichtenheft oder Systemspezifikationen, das heißt, beide Dokumente sind konzeptionell gehalten.

Aus der Praxis für die Praxis

 

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gemeinsames Verständnis

ZA206 - Visualisierung von Produktvisionen mit Vision Videos

25.04.2023 28 Minuten



On Air in dieser Episode

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Björn Schorre
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Kurt Schneider

Zusammenfassung

Professor Kurt Schneider von Leibniz Universität Hannover hat mir im Podcast-Interview verraten, warum er so ein Fan von Vision-Videos ist.

Im Gespräch gehen wir auf drei Befürchtungen ein, die Prof. Schneider erkannt hat:

  • Ein Vision-Video bringt dem Projekt nichts ein,
  • Zu hoher Aufwand in der Produktion,
  • Keine oder negative Auswirkungen auf die beteiligten Menschen.

Ein Vision-Video bringt nichts ein Schon bei der Ausarbeitung des Drehbuchs wird für die Beteiligten an den Dreharbeiten erzeugt. Dieses wird durch die Präsentation des erzeugten Videos an die möglichen Geldgeber oder Sponsoren, wie aber auch an potenziellen Nutzer des Systems kommuniziert.

Zu hoher Aufwand bei der Produktion der Vision-Videos werden mit relativ einfachen Mitteln erstellt. So wird der Fokus darauf gelegt, die Videos mit Handy-Kameras zu drehen. Falls Mikrofone benötigt werden, sind diese auch mit kleinem zeitlichen und finanziellen Aufwand zu besorgen. Die genutzten Requisiten werden ebenfalls aus dem Umfeld der am Dreh beteiligten Personen organisiert. In manchen Fällen werden wichtige Komponenten auch als Mockup aus Pappe gebastelt. Der Fokus muss bei den Vision-Videos auf der Vermittlung der Vision liegen und weniger auf der Schönheit des Videos.

Auswirkungen auf beteiligte Menschen der Dreh eines Vision-Videos erfordert Kommunikation. Denn schon beim Dreh sind wenigstens zwei Menschen beteiligt. Bei größerer Interaktion sind auch noch weitere involviert. Dazu kommen Experten, die sich um die Requisiten kümmern, die den Schnitt des Videos vornehmen können und einige weitere. Allerdings wird auch hier der Fokus auf Einfachheit gelegt. Die Reihenfolge der Szenen darf natürlich auch nicht die dargestellte Vision zerstören. Diese Kommunikation sorgt daher dafür, dass diese Menschen eingebunden werden und selbst eine Vorstellung der Vision bekommen. Wird das Video nun den potenziellen Auftraggebern gezeigt, wird diesen hier recht schnell deutlich gemacht, welchen Vorteil sie durch das Produkt / System erlangen können.

Hört selber rein in das Interview und erfahre, welche Ergebnisse Prof. Schneider und seine Teams mit den Vision-Videos gemacht haben.

Weitere Information zu den Vision-Videos findest Du auf der Webseite des Institutes für Praktische Informatik: https://www.pi.uni-hannover.de/de/se/forschung/projekte/forschungsprojekte-detailansicht/projects/viviuse

Willst Du Kontakt mit Prof. Kurt Schneider aufnehmen, findest Du seine Kontaktdaten auf seiner Profilseite vom Institut: https://www.pi.uni-hannover.de/de/se/team/kurt-schneider/

 

Prof. Schneider ist Chairman der Requirements Engineering Konferenz des IEEE in Hannover. Willst Du daran teilnehmen? Dann ist hier der Link zur Webseite: https://conf.researchr.org/home/RE-2023

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Meine Mailadresse: feedback@zukunftsarchitekten-podcast.de

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Du brauchst Hilfe bei der Definition der Anforderungen an Dein Produkt?

Dann kannst Du Dir in meinem Online-Kalender gerne einen Termin buchen: https://kalender.bjoernschorre.de

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P.S.: Mein Buch zum Thema Lastenhefte ist da. Du findest es auf der Verlagsseite von tredition

ZA054 - Dann kann ich auch Zeitungsartikel in DOORS stopfen

25.06.2013 00:00:00.000 Stunden 00:00:00.000 Minuten



On Air in dieser Episode

Zusammenfassung

Diese Aussage habe ich vor ein paar Wochen in einem Streitgespräch zwischen einer Requirements-Ingenieurin und einem Software-Ingenieur gehört und zum Anlass genommen, eine Episode zu gestalten zu der Frage: Warum werden Spezifikationen erstellt und nie gelesen? Ich werde meine Gedanken dazu im Rahmen dieser Episode mit Euch teilen und ein paar Tipps und Tricks geben.

Der Inhalt dieser Episode:

  1. Warum schaffen wir eigentlich Ergebnisse wie Lastenhefte, Systemanforderungen oder Systemarchitekturen?
  2. Die Sicht der System- oder Requirements-Ingenieure und was wir besser machen können.
  3. Die Sicht der Entwickler (Konstruktion, Hardware, Software) und was wir besser machen können
  4. Was sind die typischen Situationen? Was ist die Ursache? Welche Tipps und Tricks gibt es?

Themen:  Der Prozess gibt es uns vor, Es geht um das Verstehen, Es geht um Kommunikation, Die Spezifikationen sind wichtig, aber nicht das, was später der Kunde in seinem Alltag nutzt, Keine Zeit, Keine Lust, Kein Verständnis, Mit Respekt kommunizieren, Reviews nutzen, Das Handeln des Managements

Hinweise auf andere Episoden:

Aus der Praxis eines Troubleshooters:

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ZA052 - Wie kann ich mein Anforderungsmanagement neu ausrichten?

28.05.2013 00:00:00.000 Stunden 00:00:00.000 Minuten



On Air in dieser Episode

Zusammenfassung

Ich habe eine Hörerfrage von Martin Bruntsch erhalten. Er hat die Situation, dass er in einem bestehenden, langfristigen Entwicklungsprojekt das Anforderungsmanagement neu ausrichten muss. Er schaut sich gerade Polarion an und hat dazu ebenfalls Fragen.

Im Fokus steht das Bewerten von Lastenheften, das Erstellen von Pflichtenheften sowie das kontinuierliche Spezifizieren von Change-Requests in langfristigen Softwareentwicklungsprojekten (10-30 Mitarbeiter über eine Laufzeit von 10 Jahre).

Der Inhalt dieser Episode:

  1. Umgang mit vielen Anforderungen über eine lange Zeit
  2. Eine gute Strukturierung von Dokumenten bzw. Spezifikationen
  3. Der Einsatz von Requirementsmanagement Tools

Themen:  Doors, Polarion,Lastenhefte mit 40.000 Anforderungen, Anforderungsgrammatik, Stories und Epics, Meta-Ebene, Releases und Baselines, Einsatz von Scripten, Tracebility, Aufräumen, Festlegung von Begrifflichkeiften, Abbildung der verschiedenen Ebenen und Sichten, Detaillierung auf der richtigen Ebene halten, Attribute nutzen.

Hinweise auf andere Episoden:

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