Warum KI im Ingenieurbüro?

KI ist überall – und natürlich diskutieren auch wir Systems Engineers, wie wir sie sinnvoll im Arbeitsalltag nutzen können. Doch einfach meinen kompletten Prozess in eine KI kippen und sagen „mach mal“? Das hat nicht funktioniert.

Also habe ich mir die Frage gestellt:
Wie kann ich KI in meinen eigenen RE‑Prozessen so einsetzen, dass sie wirklich Mehrwert schafft – und nicht nur zusätzliche Komplexität erzeugt?

Mein Ziel mit dem KI‑Projekt

Ich möchte herausfinden:

  • Welche Schritte meines Lastenheft-Prozesses lassen sich von KI unterstützen?
  • Wie muss ich meine Arbeitsweise anpassen, damit KI wirklich nützlich ist?
  • Wo liegen die Grenzen, wo bleibt die menschliche Expertise unersetzlich?
Daraus ist ein kleines internes „Forschungsprojekt“ entstanden, das ich in sechs Teile gegliedert habe – und das ich in diesem Blog und Podcast Stück für Stück dokumentiere.

Die sechs Teile meiner KI‑Reise

Ich nehme dich in mehreren Episoden mit:

  1. Zielklärung – Was will ich mit KI überhaupt erreichen?
  2. Erkenntnisse aus dem ersten KI-Agenten – Was hat funktioniert, was nicht?
  3. Der zweite Agent: Richard Anford – Der „Anforderungsschreiber“
  4. Die Prüfung – Ein Konsistenz-Agent bewertet die Ergebnisse
  5. Mein Fazit – Was kann KI wirklich leisten, was (noch) nicht?
  6. Optionaler Vergleich – Was passiert, wenn jemand anderes das gleiche Problem mit einer anderen Agenten-Architektur löst?
In diesem Artikel geht es vor allem um Teil 1: Zielklärung und den Start der Umsetzung.
Meine Fünf‑Schritte‑Methode als Basis

Ich arbeite im RE traditionell mit meiner bewährten Fünf‑Schritte-Methode, um zu einem freigegebenen Lastenheft zu kommen:

  1. Erfassen
  2. Sortieren
  3. Füllen
  4. Prüfen
  5. Freigeben

Meine Frage: Wo kann KI sinnvoll unterstützen?

Die kurze Antwort:
  • Erfassen: Ja, KI kann helfen → Dokumentefresser
  • Sortieren: Nein, das bleibt individuell und kundenspezifisch
  • Füllen: Ja, hier soll Agent „Richard Anford“ aktiv werden
  • Prüfen: Ja, ein Konsistenz-Agent kann unterstützen
  • Freigeben: Nein, das bleibt ein menschlicher Entscheidungsschritt
Damit war klar:

Ich brauche drei KI-Agenten, die jeweils definierte Aufgaben übernehmen.

Agent 1: Der Dokumentenfresser

Dieser Agent analysiert Dokumente, extrahiert Inhalte und bereitet sie so auf, dass ich:

  • schneller die relevanten Punkte erkenne
  • Redundanzen finde
  • Lücken identifizieren kann
  • und später strukturiert sortieren kann
Im Podcast erkläre ich dazu die erste Grafik:

Eine Darstellung meines System Footprint – aber diesmal vollgepackt mit gelben Notizzetteln, so wie wir sie in einem echten Workshop einsetzen würden.

Der System Footprint als Startpunkt

Im ersten Schritt geht es ums Erfassen.
Und das mache ich ganz traditionell: mit dem System Footprint und einem Workshop.

Für alle, die ihn noch nicht kennen: Der System Footprint besteht aus mehreren Bereichen:
  • Benutzer & Stakeholder
  • Anwendungsfälle
  • Hauptfunktionen
  • Komponenten & Liefergegenstände
  • Schnittstellen
  • technische Einschränkungen
  • und natürlich im Zentrum: das Nutzerversprechen

Der Footprint ist die Basis für jedes Kundenprojekt – und auch für meinen KI‑Testlauf.

Beispielprojekt: NeoCharge AmpereCube

Für das KI-Projekt habe ich ein Beispielprodukt genutzt:
Eine fiktive, KI-generierte Wallbox namens NeoCharge AmpereCube.

Auch dieses Beispiel zeige ich im Podcast grafisch:

Ein System Footprint voller gelber Zettel, die alle Anforderungen, Funktionen und Limitierungen darstellen, die wir im Workshop gesammelt haben.

Wie geht es weiter?

In der nächsten Episode und im nächsten Blogartikel zeige ich:

  • Wie der Dokumentefresser die Workshop‑Ergebnisse weiterverarbeitet
  • Welche Probleme dabei aufgetreten sind
  • Wo KI überraschend gut funktioniert
  • und wo sie noch komplett versagt

Ich verspreche: Es bleibt spannend – und sehr praxisnah.

Meine Tools

LangDock – Multi-Modell KI

https://langdock.com/de

Obsidian: Notizen-Werkzeug

https://obsidian.md/

Markdown: Sprache die in Obsidian genutzt wird

https://markdown.de/

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